Krafttraining für Schwimmer? 

Besonders da wir im Schwimmen nur meist dem Wasserwiderstand entgegen gestellt sind, stellt sich oft die Frage ob ein Krafttraining an Land für Schwimmer sinnvoll sein kann und einen Übertrag schafft. Was sagen die Forschungsergebnisse der Sportwissenschaft hierzu? 

 Besonders Sprint-Disziplinen im Schwimmen scheinen von „Krafttraining an Land“ zu profitieren, da hier der Abdruck vom Startblock an Land und der Richtungswechsel im Wasser (falls vorhanden) einen starken Anteil an der Gesamtzeit besitzen. Dies bestätigt sich z.B. darin, dass Forscher eine hohe Korrelation zwischen 1RM Kniebeugen-Leistung und der 15m Schwimm-Leistung fanden (West, 2011).  

Zudem zeigte sich wiederum für den Oberkörper eine große Korrelation zwischen der Kraftfähigkeit und Schwimm-Leistung (r=0.93) (Smith, 2002), besonders die Übung „LatPullDown“ stach dabei mit der Korrelation der produzierten Power und Schwimm-Leistung heraus.  

 Sowohl Krafttraining mit hohen Intensitäten und eher geringem Volumen, als auch Krafttraining mit hohem Geschwindigkeits-Fokus konnten Erfolge bezüglich verbesserter Schwimm-Zeiten aufweisen. 

 In Interviews mit Trainern aus dem Spitzensport hieß es des Weiteren, dass es für sie das Hauptziel sei durch das Krafttraining robustere Athleten zu schaffen. Die hohe Anzahl an Schulter-Problematiken bei Wettkampf-Schwimmern (ca. 47-80% aller Athleten) macht es durchaus sinnvoll ein präventives Programm für die Schulter in die Trainingsplanung zu integrieren.  

Grund dafür: Ein durchschnittlicher Wettkampf-Schwimmer erfährt in einer typischen Schwimm-Einheit ca. 2500 Schulter-Rotationen, trotz des geringen Widerstands stellt dies auf Grund des hohen Volumens einen starken Anspruch an den Bewegungsapparat (Monu, 2013).  

Ein Schulter-Prehab Programm konnte hierfür in einem 6-wöchigen Zeitraum signifikant den Schulter-Schmerz und die Anzahl an Verletzungen bei den Teilnehmern senken (Swanik, 2002). Besonders in Phasen mit geringerem Schwimm-Volumen ist es zu empfehlen hieran zu arbeiten.